Traducendo Einsamkeit

STANZE DEL NORD

SCORRONO LE COSE CONTROVENTO di FEDERICA GALETTO

ODE FROM A NIGHTINGALE - ENGLISH POEMS

A LULLABYE ON MY SHOULDER di Federica Nightingale

EMILY DICKINSON

giovedì 18 marzo 2010

HANS ULRICH TREICHEL






Albrecht Durer




Da: “Tarantella. Gedichte”


In den Bruchwiesen

Wege im Abendlicht,
die summenden Pumpen des Klärwerks,
Butterblumen am betonierten Ufer des kleinen Kanals,
verwachsene Weiden, wie mit dem Zirkel gezogen
der westfälische Horizont.

Hier gingen wir,
in der Tasche Tabakkrümel, die rostigen
Nägel, die Buckower Elegien aus der Leihbücherei,
hier gingen wir, vom Hammerschlag
der großen Städte träumend.



Nei campi paludosi

Sentieri nel crepuscolo,
le pompe ronzanti dei depuratori,
ranuncoli sulla sponda asfaltata del piccolo canale,
salici ricurvi, come dettato da un compasso
l’orizzonte vestfalico.

Qui venivamo,
nelle tasche briciole di tabacco, le unghie
rugginose, le Elegie di Buckower prese in prestito
qui venivamo, i colpi d’incudine
delle grandi città sognando.


DA: “Liebe Not. Gedichte”


Die Väter

Zuerst gehen die Väter
und lassen uns den Geruch ihrer
ledernen Schweißbänder, die gelben Häute
der Prothesen, große Siegelringe
an gedunkelten Händen.

Zuerst gehen die Väter
aus ihrem gewalttätigen Leben,
aus ihren jagenden Geschäften,
und lassen uns die steifen Hemden
und die Salzränder über
dem Herzen.





I padri

Dapprima vanno i padri
e ci lasciano l’odore dei loro
incerati di cuoio, le pelli giallastre
delle protesi, grandi anelli con sigillo
sulle mani imbrunite.

Dapprima vanno i padri
dalle loro vite brutali,
dai loro affari avidi,
e ci lasciano camicie inamidate
ed orli salini
sul cuore.

Als wär es mein Leben

Schreibe nachts keine Briefe,
bei keinem Licht, in kein Land.
Und der rasende Fahrstuhl erschreckt
mich nicht mehr, seit der Schlaf
mich ans Fallen gewöhnt.

Im Abendlicht leuchtet von nun an
auf alle Zeiten mein gelber Balkon.
Salzige Wiesen, zerstochene Hügel,
ihr erschreckt mich nicht mehr.

Als wär es mein Leben,
schließ ich die Fenster, esse
Brot, spare Strom.





Come se fosse la mia vita

Di notte non scrivo lettere,
qualunque sia la luce, ovunque io sia.
E non mi spaventa più l’ascensore
vertiginoso, da quando il sonno
mi abituò alla caduta.

Nella luce dell’ora tarda ancora brilla
per sempre il mio balcone ambrato.
Campi salmastri, tumuli bucherellati
non mi spaventate più.

Come se fosse la mia vita,
chiudo le finestre, vivo di
pane, risparmio energia.



Letzte Rettung

So weit, so gut.
Nun ist sie da, die große Flut,
in der wir einsam stehn und schrein:
auch diese Welt muß untergehen.

Nicht heute, aber bald.
Ein schwacher Trost, daß du mir
in die Achseln hauchst: Was uns nicht
umbringt, macht uns kalt.





Ultima salvezza

Fin qui, tutto bene
Ma ora è qui, il grande diluvio,
in cui soli siamo e gridiamo:
anche questo mondo deve affondare.

Non oggi, ma presto.
Una magra consolazione che tu mi
soffi nelle ascelle: quel che non ci
uccide, ci raggela.





DA: “Seit Tagen kein Wunder. Gedichte”


Drei Lieder über den Schnee


I

Schnee, den ich loben will,
der die Bäume in weiße Wolken
verwandelt, den du sammelst
wie Silber auf deine Schultern,
der die Spuren vor unseren Türen
verwischt, Schnee, der sich
opfert für dich und für mich.


II

Es ist ein Schnee gefallen
Geliebter dein Mund ist so kalt
Wenn wir beieinanderliegen
Ich weiß: wir vergehen bald

Geliebter dein Bett ist aus Eisen
Der Himmel so hoch und so leer
Es ist ein Schnee gefallen:
Ich wünsche es fiele noch mehr


III

Als die Erde verlassen war
von unseren Schritten und nur
noch Schnee fiel auf Schnee
als die Erde verlassen war
von unseren Worten und nur noch
Wind ging mit Wind als die
Erde verlassen war von unseren
Wünschen fiel auch kein Schnee
mehr ging auch kein Wind



Tre canti alla neve


I

Neve che io lodare voglio,
che gli alberi trasforma in
bianche nubi che tu raccogli
come argento sulle spalle,
che le orme dalle nostre soglie
cancella, neve che si
sacrifica per te e per me.


II

E’ caduta una distesa di neve
Amore, che bocca gelida!
Quando giacciamo insieme
Lo so: presto periamo

Amore, il tuo letto è di ferro
Il cielo così alto e spoglio
E’ caduta una distesa di neve
Ed io tanta ancora ne voglio


III

Quando la terra fu abbandonata
dai nostri passi e solo
neve cadeva su neve
quando la terra fu abbandonata
dalle nostre parole e solo più
il vento accompagnava il vento quando la
terra fu abbandonata dai nostri
desideri non cadeva più
neve non si udiva il vento



Traduzione di Roberta Mentigazzi ©

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